Einige Krimi-Highlights des Jahres 2012

knvmmdb-120.dllFriedrich Ani: Süden und das heimliche Leben: Während in den Krimiregalen der Hang zum Voluminösen unübersehbar ist, zeigt Friedrich Ani hier mal wieder, dass sich ein großartiger Roman auch auf 200 Seiten erzählen lässt. Ani ist ein Meister der Zwischentöne, der poetischen Präzisierung alltäglicher Dramen und hat hier zudem zu einem leichteren Ton gefunden. (Zur Besprechung)

knvmmdb-121.dllCarl Nixon: Rocking Horse Road: Ein paar Jugendliche finden 1980 in einem Vorort von Christchurch die Leiche eines Mädchens aus der Nachbarschaft. Der Fall lässt sie nicht mehr los. Sie sammeln Material, suchen nach dem Mörder, auch noch 25 Jahre danach. Erzählt in Wir-Form, so sensibel, wie präzise zu Papier gebracht. Klasse Buch.

knvmmdb-122.dllSara Gran: Die Stadt der Toten: Trotz des im Deutschen frei hinzu  erfundenen Untertitels „Ein Fall für die beste Ermittlerin der Welt“ einer der Kriminalromane des Jahres. Grans Protagonistin ist so schillernd und vielschichtig, wie die im vom Wirbelsturm Katrina zerstörten New Orleans spielende Geschichte.

knvmmdb-33.dllPaco Ignacio Taibo II: Die Rückkehr der Tiger von Malaysia: Der mexikanische Autor hat sich mit den Piraten Sandokan und Yanez zweier Helden aus der Jugendliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts angenommen. Entstanden ist ein von  Ideen überbordender, großartiger Abenteuerroman mit großem Figurenpark und jeder Menge Anspielungen. (Zur Besprechung)

knvmmdb-123.dllMike Nicol: Killer Country: Auch der zweite Band („Payback“ hieß der erste) von Nicols so genannter „Rache-Trilogie“ ist richtig gut. In Kapstadt würden zwei, einst auf Seiten des ANC arbeitende, ehemalige Waffenhändler gerne ihre Vergangenheit hinter sich lassen, aber das will eine Frau, der sie damals übel mitspielten, keinesfalls zulassen. Nicol erzählt seine Geschichte dialogstark und lakonisch in mehreren Strängen, die so eng, wie elegant miteinander verwoben sind. (Zur Besprechung)

indexKettly Mars: Wilde Zeiten: Ein inhaltlich düsteres, in der Form aber funkelndes Stück Literatur, das im Haiti der 1960er Jahre spielt.

knvmmdb-124.dll

Helon Habila: Öl auf Wasser: Habila erzählt von den Machenschaften der Ölindustrie in Nigeria, von der Zerstörung ganzer Landstriche, von Korruption, von den Verbrechen der Armee und jenen der Rebellen, von der zweifelhaften Rolle der Medien und davon, dass in dieser Gemengelage Hoffnung auf bessere Tage ziemlich vergebens ist.

knvmmdb.dllPeter Temple: Tage des Bösen: Bescheidener Titel, aber eines der Thriller-Highlights des Jahres. Gewieft und verschachtelt erzählt der in Australien lebende Temple eine sich mühelos zwischen Johannesburg, Hamburg, London und Wales entfaltende Geschichte um die Jagd nach einem Videoband, das einigen Politikern schwer zu schaffen machen könnte. (Zur Besprechung)

knvmmdb-45.dllDonald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels: Ein wuchtiger, intensiver Roman, in dem sich Pollock mit einer Geschichte, die im Mittleren Westen der 50er Jahre spielt, äußerst zugespitzt den Fragen nach Schuld und Gerechtigkeit widmet und sich überlegt, wie denn nun beides in einer verkommenen Welt interpretiert werden könnte. Denn in Pollocks grandios erzählter Geschichte ist die wohlfeile, zivile Gesellschaft allzu oft nur hauchdünne Oberfläche. (Zur Besprechung)

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Krimikritik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.