Arne Dahl: Opferzahl

knvmmdb-64.dllIn der Stockholmer U-Bahn explodiert eine Bombe. Zehn Menschen kommen ums Leben. Eine Gruppe namens „Die Reiter von Siffin“ bekennt sich zu dem Anschlag, doch passt dabei einiges nicht recht zusammen. Auf der Suche nach den Mitgliedern dieser ominösen Gruppe, kommt die Polizei stets einen Schritt zu spät und findet nur noch deren Leichen. Gleichzeitig werden die Polizisten der A-Gruppe, einer „Spezialeinheit für Gewaltverbrechen von internationalem Charakter“, um die sich Arne Dahls erste, 2008 abgeschlossene Romanreihe dreht, auch bei den U-Bahn-Opfern stutzig, die wohl gar nicht so zufällig in diesem Zugabteil saßen. Schließlich kommt noch der schwedische Nachrichtendienst ins Spiel, der Informationen zurück hält und offensichtlich ein ganz anderes Interesse an dem Fall hat.

Arne Dahl, der eigentlich Jan Arnald heißt, greift im neunten Band seiner zunächst auf zehn Teile angelegten, dann um einen Roman erweiterten Reihe das Thema Terrorismus auf und umschifft dabei geschickt jene Stereotype, die dabei für gewöhnlich bemüht werden. Minutiös schildert er die Ermittlungen seiner A-Gruppe, die immer wieder feststecken, sich auf scheinbar weit abgelegenen Nebengleisen bewegen, nach und nach aber doch die passenden Mosaiksteine zutage fördern.

Der Routinier Dahl, der in Schweden gerade den ersten Band seiner neuen Krimireihe veröffentlichte, mag es verwickelt und führt nur allzu gerne Geschichten zusammen, die auf den ersten Blick rein gar nichts miteinander zu tun haben können, um schließlich doch passgenau zueinander zu finden. Das wirkte schon manches Mal allzu konstruiert und glatt. Diesmal aber konzentriert er sich auf zwei eng verwobene Geschichten, hinter denen erst spät eine weitere auftaucht. Und das erzählt er so spannend, intelligent und verschachtelt, dass dabei sein bisher bester Kriminalroman heraus gekommen ist. Nur die, wie immer, eine Spur zu heldenhaft gezeichneten Polizisten der A-Gruppe nerven etwas.

Arne Dahl: Opferzahl. Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt. Piper-Verlag, 440 Seiten, 9,99 Euro.

(c) Frank Rumpel

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