Markku Ropponen: Ein beschissenes Sortiment an Schwierigkeiten

knvmmdb-10.dllDer Privatdetektiv Otto Kuhala aus dem beschaulichen südfinnischen Jyväskylä soll den Mord an einem Schmuckhändler mit zerrütteten Familienverhältnissen aufklären und nebenher auf einer Baustelle geklautes Werkzeug wiederfinden. Den Dieb hat er schnell ausgemacht, doch verlässt auch der alsbald die Welt. Eine Spur weist ins benachbarte, russische Karelien, wo sich Kuhala mit seinen Nachforschungen rasch Feinde macht. Im Visier hat ihn aber auch die Polizei, weil er an beiden Tatorten war. Vor allem aber ist der zu sachter Melancholie neigende Kuhala nach seiner Scheidung unglücklich verliebt, worüber nachzudenken einen Gutteil seiner Zeit in Anspruch nimmt. Das hört sich zunächst nach der ziemlich gewöhnlichen x-ten Variation einer Geschichte mit dem üblichen Personal an, die man so oder so ähnlich sicher schon mal gelesen hat. Nur war die eben nicht von Markku Ropponen geschrieben.

Der finnische Autor (von dem der Piper-Verlag im Vorjahr den Roman „Finnischer Mitsommer“ veröffentlichte und die Taschenbuchausgabe kommenden Herbst unter dem Titel „Reusenkadaver und andere Unannehmlichkeiten“ auf den Markt bringt) erzählt präzise, dabei frisch und pointiert. Permanent spürt er mit herrlich trockenem Humor den feinen, mal ziemlich schrägen, gelegentlich fast schon surreal anmutenden, mal bitteren Nuancen des Lebens nach, schaut genau hin und schafft so glaubhafte Figuren. Für Stereotype bleibt da kein Platz. Viel zu wichtig sind Ropponen, der in Finnland seit 2002 neun Kuhala-Romane veröffentlichte, die kleinen Geschichten, die sich in diesem Buch allenthalben quer durch verschiedene Milieus wie nebenbei öffnen und sich zu einem ebenso vielschichtigen, wie unterhaltsamen Panorama der finnischen Gesellschaft verbinden. Grandios.

Markku Ropponen: Ein beschissenes Sortiment an Schwierigkeiten.  Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Piper-Verlag. 340 Seiten, 9,95 Euro.

(c) Frank Rumpel

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